ENDO LABS

Der Akuttag · Samstag, 21. November 2026 · Filderstadt bei Stuttgart

Was der Zahn
dir sagen will.

Endo-Notfälle: Mythen, Fakten und klare Handlungsempfehlungen für die Praxis.

Der Patient ohne Termin, volles Wartezimmer, fünfzehn Minuten. Ein halber Tag über genau diese Situation: verstehen, was der Schmerz anzeigt, begründet entscheiden statt reflexhaft trepanieren, und wissen, welche Routinen die Evidenz nicht trägt.

30 Plätzean Tischen, mit Platz zum Arbeiten
4,5 StundenSamstagvormittag
TBD-PUNKTE PunkteBZÄK / DGZMK
0 €Teilnahmebeitrag

Der Kurs

Verstehen statt Schema F.

Der akute Schmerzpatient kommt ungeplant, oft am Freitagnachmittag, und bringt Entscheidungen mit, die unter Zeitdruck fallen. Trepanieren oder nicht. Inzidieren oder abwarten. Antibiotikum oder keins. Selbst weiterbehandeln oder überweisen. Diese Entscheidungen prägen den Verlauf stärker als alles, was danach am Zahn passiert.

Die Leitfrage des Tages ist deshalb nicht, welchen Handgriff man macht, sondern was der Schmerz eigentlich anzeigt. Aus der Pathophysiologie folgt die Diagnostik, aus der Diagnostik die Entscheidung. Wer versteht, warum Kälte bei früher Pulpitis lindert und bei später provoziert, braucht kein Schema mehr.

Ein Beispiel dafür, wie der Tag denkt: Die vollständige Wurzelkanalbehandlung im akuten Zustand gilt vielen als Standard. Die Schmerzmediatoren sitzen aber überwiegend in der Kronenpulpa, und deren Entfernung durchbricht die Kaskade bereits. Ob die Pulpotomie im Notfall ausreicht, ob sie sogar definitive Therapie sein kann und wo die Evidenz dafür endet, ist eine der Fragen, an denen wir einen ganzen Block verbringen.

Der Kurs ist ein Verständnis- und Entscheidungskurs, kein Hands-on. Gearbeitet wird an Fällen, an der Diskussion und am Notfall-Kompass, den jede und jeder am eigenen Gerät mitbedient.

Lernziele

Was du danach kannst.

Sieben Ziele, an denen sich der Tag messen lassen muss.

01

Strukturiert befunden

Schmerzanamnese und Untersuchung in einer Reihenfolge, die auch unter Zeitdruck trägt, dazu die Grenzen von Kältetest und elektrischer Pulpatestung, die sequenzielle diagnostische Anästhesie und die Frage, wann ein DVT im Notfall gerechtfertigt ist.

02

Sicher differenzieren

Reversible und irreversible Pulpitis, symptomatische apikale Parodontitis und akuter apikaler Abszess sauber auseinanderhalten, dazu die nicht-endodontischen Fallstricke: übertragener Schmerz, Sinusitis, CMD, Trigeminusneuralgie, neuropathischer und kardiogener Schmerz.

03

Die Erstmaßnahme begründen

Warum die Pulpotomie die Schmerzkaskade unterbricht, wann Ledermix hilft und wann es kontraindiziert ist, und ab wann eine Inzision indiziert ist. Schnittführung, anatomische Gefahrenstellen, Drainage und Nachsorge, dazu die Grenze, an der die Praxis endet und die Klinik anfängt.

04

Leitliniengerecht medizieren

Analgesie nach Schmerzintensität und Komorbidität, die rationale Kombination von Ibuprofen und Paracetamol, die Einordnung von Metamizol und Dexamethason, und eine Indikationsstellung für Antibiotika nach ESE statt aus Reflex.

05

Den Notfall-Kompass nutzen

Das digitale Lehrmittel dieser Website wird im Kurs gemeinsam an Fällen durchgespielt: Entscheidungsweg verstehen, Grenzen kennen, und danach im Praxisalltag als strukturierte Gedächtnisstütze einsetzen.

06

Weiterbehandlung planen

Zeitfenster bis zur definitiven Versorgung, Recallkriterien, Indikationen für die Überweisung, und rechtssichere Dokumentation der Akutsituation.

07

Mit dem Handout arbeiten

Kompaktes Notfall-Handout zum Mitnehmen, als Gedächtnisstütze am Stuhl und als Grundlage, um den Ablauf im eigenen Team zu standardisieren.

Notfall-Kompass

Das Werkzeug ist Teil des Kurses und liegt vorab offen.

Der Notfall-Kompass führt durch die diagnostische Kette beim akuten endodontischen Schmerz und ordnet die Befundkonstellation der Terminologie der European Society of Endodontology zu, mit der Rationale dahinter. Er läuft vollständig im Browser, ohne Anmeldung und ohne Datenübertragung.

Am Kurstag ist er ein eigener Block: Wir spielen Fälle gemeinsam durch, vergleichen die Zuordnung mit der eigenen Einschätzung und besprechen, wo die Systematik an ihre Grenzen kommt. Danach nimmst du ihn mit in die Praxis, als Lesezeichen oder Verknüpfung auf dem Desktop. Er kostet nichts und bleibt offen zugänglich.

Notfall-Kompass öffnen

Die Reihe

Drei Tage, jeder mit eigenem Thema.

Endo Labs läuft als Reihe. Der Akuttag macht den Anfang, weil er die Situation trifft, die im Alltag am meisten kostet. Wer dabei war, bekommt die folgenden Termine zuerst.

Der Akuttag

21. November 2026 · Anmeldung offen

Schmerzpatient und endodontischer Notfall.

  • Schmerz verstehen statt Schema folgen
  • Diagnostik unter Zeitdruck
  • Pulpotomie, Ledermix, Inzision
  • Medikation mit Indikation statt Reflex
  • Weiterbehandlung und Dokumentation

Der Anatomietag

Frühjahr 2027 · Termin folgt

Wenn der Kanal nicht gerade ist.

  • Stark gekrümmte und S-förmige Kanäle
  • Obliterationen und verkalkte Eingänge
  • MB2 und Isthmusanatomie
  • Arbeiten unter Vergrößerung

Der Revisionstag

Herbst 2027 · Termin folgt

Der zweite Versuch, wenn der erste gescheitert ist.

  • Wurzelstifte und Fragmente entfernen
  • Perforationsdeckung
  • Revision von Fülltechniken
  • Mikrochirurgische Grundlagen

Ablauf

Ein Samstagvormittag.

Vier Bausteine, ein roter Faden: von der Pathophysiologie über die Diagnostik zur Entscheidung. Zeiten vorläufig.

Ankommen und BlitzlichtWas ist dein häufigster Notfall, und wo fühlst du dich unsicher? Die Antworten greifen wir am Ende wieder auf
Schmerz verstehenDie Pulpa als Hohlorgan, Entzündungskaskade und Druck, die vier Schmerzbilder und ihre Botschaft, übertragener Schmerz und Differenzialdiagnosen, Grenzen der Bildgebung
Diagnostik konkretStrukturierte Anamnese und Untersuchung, Sensibilitätstests und ihre Fehlerquellen, sequenzielle diagnostische Anästhesie, dazu der Notfall-Kompass live am Fall
PauseZeit an den Partnertischen
Was im Notfall wirklich hilftPulpotomie statt vollständiger Exstirpation, Ledermix mit Indikation und Kontraindikation, Inzision und Drainage, Analgesie, Dexamethason und die Antibiotikafrage
Über den TellerrandIntraligamentäre Anästhesie, Single-Visit-Endodontie, minimalinvasive Zugänge, Laser und Ozon zwischen Evidenz und Hype, Ausblick biologische Endodontie
DanachNachsorgeplan und Zeitfenster, Überweisungskriterien, Kommunikation mit Schmerzpatienten, rechtssichere Dokumentation, Übergabe des Notfall-Handouts
Mythenbilanz und EndeWas heute gestorben ist, und was du beim nächsten Notfall anders machst

Mythencheck

Fünf Sätze, die den Tag nicht überleben.

Jeder Block endet mit einem Faktencheck. Fünf davon stehen hier schon.

MythosFakt
„Ohne vollständige Wurzelkanalbehandlung kommt der Schmerz sofort wieder."
Nach Pulpotomie sind viele Patienten schmerzfrei. Die Kronenpulpa trägt den Großteil der Mediatoren.
„Antibiotika helfen gegen Zahnschmerz."
Sie wirken nur bei systemischer Beteiligung. Bei Pulpitis sind sie nicht indiziert, auch nicht bei irreversibler.
„Jede Schwellung muss inzidiert werden."
Erst ab Fluktuation. Ohne Fluktuation zuerst über den Kanal entlasten und beobachten.
„Trepanation ist nur eine Notlösung ohne therapeutischen Wert."
Die Pulpotomie ist eine evidenzbasierte Akuttherapie, keine Verlegenheitslösung.
„Ein unauffälliges Röntgenbild schließt eine Pulpitis aus."
Die Pulpitis ist überwiegend eine klinische Diagnose. Das Bild hinkt der Klinik hinterher.

Ort

Filderstadt-Bernhausen.

Der Akuttag findet in den Räumen der Dr. Seiler & Kollegen Überörtliches MVZ GmbH statt, die uns dafür ihren Fortbildungsraum zur Verfügung stellt. Dreißig Plätze an Tischen, Projektion, WLAN für die Arbeit mit dem Notfall-Kompass, Parkplätze am Haus.

Dr. Seiler & Kollegen Überörtliches MVZ GmbH
Volmarstraße 8
70794 Filderstadt-Bernhausen

Mit dem Auto über die B27 oder die A8, Ausfahrt Flughafen und Messe. Mit der S-Bahn bis Bernhausen, von dort wenige Minuten zu Fuß. Vom Stuttgarter Hauptbahnhof etwa 25 Minuten, vom Flughafen etwa 10 Minuten.

Veranstalter ist Brenner Endodontie. Die Dr. Seiler & Kollegen Überörtliches MVZ GmbH ist Gastgeberin und stellt die Räume, hat aber keinen Einfluss auf Programm und Inhalte.

Studierende

Studierende sind eingeladen, nicht geduldet.

Endodontie wird im Studium fast ausschließlich am Phantomkopf gelehrt, oft mit Instrumenten, die in keiner Praxis mehr benutzt werden. Wer nach dem Examen zum ersten Mal einen zweiten Molaren aufmacht, hat den entscheidenden Teil noch nie geübt. Deshalb sind sechs der dreißig Plätze fest für Studierende ab dem klinischen Semester reserviert.

Fest reserviert heißt: Sie werden nicht am Schluss vergeben, wenn Reste übrig sind, sondern von Anfang an freigehalten. Ihr sitzt im selben Raum, an denselben Fällen, mit demselben Material.

Trag bei der Anmeldung unter „Praxis, Klinik oder Universität“ deine Universität und das Semester ein, dann läuft die Anmeldung über das Studierendenkontingent.

Partner

Ausstattung von den Herstellern, Inhalte von uns.

Raum, Technik, Verpflegung und die Materialien für dreißig Teilnehmende tragen Partner aus der Dentalbranche mit. Dafür sind wir dankbar, und dafür bekommen sie Sichtbarkeit vor Ort und eigene Tische in der Pause.

TBD-PARTNER
TBD-PARTNER

Programm, Referenten und fachliche Aussagen werden unabhängig von den Partnern festgelegt. Kein Partner nimmt Einfluss auf die Inhalte, und der Kurs ist nicht auf ein einzelnes Produktsystem ausgerichtet.

Informationen für Unternehmen


Leitung

Portrait von Dr. Philipp Brenner

Dr. med. dent. Philipp Brenner

Zahnarzt mit Tätigkeitsschwerpunkt Endodontie, klinisch tätig in der Region Stuttgart. Schwerpunkt auf mikroskopgestützter Behandlung, Revision und lasergestützter Wurzelkanaldesinfektion.

  • Master of Science Lasers in Dentistry, Wien
  • Tätigkeitsschwerpunkt Endodontie
  • Curriculum Endodontie, 2023
  • Endo International Program, University of Pennsylvania
  • Masterstudium Endodontologie, Universität Düsseldorf (laufend)

Behandlerseite: wurzelbehandlung-stuttgart.de

Anmeldung

Einen der dreißig Plätze reservieren.

Plätze werden nach Eingang vergeben, sechs davon sind für Studierende reserviert. Du bekommst eine Bestätigung per E-Mail, sobald dein Platz steht. Es entstehen keine Kosten.

Fragen

Häufige Fragen.

Warum ist die Veranstaltung kostenlos?

Weil es die erste ist. Wir bauen die Reihe auf und wollen sie mit einem vollen Raum starten. Die Sachkosten tragen die Partner, die Arbeitszeit tragen wir.

Warum nur dreißig Plätze?

Weil der Raum genau so viele hergibt, wenn jede und jeder an einem Tisch sitzt und mitarbeiten kann. Der Kurs lebt von der Diskussion, und die funktioniert bei dreißig Leuten noch, bei achtzig nicht mehr.

An wen richtet sich der Tag?

An Zahnärztinnen und Zahnärzte, an Assistenzzahnärzte in der Vorbereitungszeit und ausdrücklich an Studierende der Zahnmedizin ab dem klinischen Semester. Sechs Plätze sind für Studierende reserviert.

Was muss ich mitbringen?

Nur ein Laptop, Tablet oder Smartphone für die Arbeit mit dem Notfall-Kompass, Papier und Stift liegen bereit. Wer einen eigenen Notfall besprechen möchte, bringt Röntgenbilder mit, anonymisiert.

Gibt es Fortbildungspunkte?

Ja, TBD-PUNKTE Punkte nach den Leitsätzen von BZÄK und DGZMK. Die Teilnahmebescheinigung bekommst du am Ende.

Ich habe einen Platz, kann aber nicht kommen. Was tun?

Kurz per E-Mail absagen. Bei dreißig Plätzen zählt jeder, und auf der Warteliste wartet jemand.

Wann kommen die nächsten Termine?

Der Anatomietag im Frühjahr 2027, der Revisionstag im Herbst 2027. Wer beim Akuttag dabei war oder auf der Liste steht, bekommt die Termine zuerst.